Praxisratgeber
Einen XC-Flug aus einer IGC-Datei analysieren
29. August 2026
Die IGC-Datei, die dein Vario am Ende des Tages speichert, ist mehr als eine abgelegte Linie: Sie ist das Protokoll deines Flugs. So liest du sie nach einem Streckenflug.
Was enthält eine IGC-Datei?
IGC ist ein von der FAI standardisiertes Textformat. Entscheidend sind die B-Records: normalerweise ein GPS-Fix alle ein bis zwei Sekunden.
Jeder B-Record enthält UTC-Zeit, Breiten- und Längengrad, barometrische Höhe und GNSS-Höhe. Für die Vertikalbewegung ist die barometrische Höhe meist die stabilere Grundlage, weil sie kontinuierlich ist und weniger GPS-Rauschen enthält.
- Zeit: meist alle 1–2 Sekunden, dicht genug für Kurven in der Thermik.
- Breite und Länge: die Bodenspur, aus der Distanzen und Gleitphasen entstehen.
- Barometrische Höhe: Grundlage für Steigen, Höhengewinn und Vario-Auswertung.
- Header: unter anderem Datum, Instrument und – falls eingetragen – Pilot und Schirm.
Welche sechs Punkte zählen nach einem XC-Flug?
Ein Streckenflug lässt sich nicht nur an Kilometern ablesen. Sechs Werte zeigen, wo du Zeit und Höhe gewonnen oder verloren hast.
- Distanz und Route: freie Strecke oder Dreieck und die Abweichung von einer günstigeren Linie.
- Gleitzahl: Verhältnis von Strecke zu verlorener Höhe in Übergängen.
- Steigrate: mittleres Steigen je Thermik in m/s; schlecht zentrierte Bärte fallen hier auf.
- Höhe: maximale Höhe, typische Basis und addierter Höhengewinn.
- Zeit im Steigen gegenüber der Transition: zeigt, wie effizient du vorangekommen bist.
- Schwache Abschnitte: Höhe verloren, ohne entsprechend Strecke zu machen.
Wie liest RSFly.app deine IGC-Datei?
RSFly.app verarbeitet die B-Records zu einem Replay auf dem Gelände, erkennt Steigphasen und berechnet Leistungskennzahlen, ohne dass du ein Tabellenblatt pflegen musst.
Die Spur wird nach Höhe dargestellt; erkannte Steigphasen helfen dabei, funktionierende und schwache Abschnitte schneller zu finden.
Kurz zusammengefasst
- Der Kern einer IGC-Datei sind Zeit, Position und Höhe in dicht aufeinanderfolgenden B-Records.
- Prüfe Distanz, Gleitphasen, Steigen, Höhe, Thermikzeit und schwache Abschnitte.
- Für die Vertikalauswertung ist die barometrische Höhe die maßgebliche Grundlage.
